Chronik

Schon vor dem Jahre 1500 hatte der Markt Gleisdorf eine Sozialeinrichtung besonderer Art, ein Bürgerspital. Es stand neben der Marienkirche. Die Kirche nannte man deshalb Spitalskirche. Es bot, wie um 1700 berichtet wird, Platz für „10 Mannen und 10 Weiber“, verarmte Untertanen. Nach dem Weggang des Piaristenordens wurde das Haus im Jahre 1825 geschlossen und dann mehrere Jahre als Unterkunft für die Armen verwendet. Später diente ein kleines Haus in der jet- zigen Gartengasse als „Armenhäusl“.

altes Haus 1RIm Jahre 1882 erbaute die Marktgemeinde in der Ungarstraße ein neues „Armenhaus mit angeschlossenem Isolierhaus“. Ein stattliches Gebäude und für damals großzügig angelegt. Es wurde ein Jahr später von Kaiser Franz-Josef I persönlich eröffnet. Das gab den Anlass, die Straße in „Franz-Josef-Straße“ umzubenennen. Im Jahre 1937 übernahmen die „Schwestern der unbefleckten Empfängnis Mariens“ aus Vorau die Leitung.

Die Weiterführung war aus wirtschaftlichen Gründen der Stadtgemeinde Gleisdorf nicht mehr möglich und wurde mit Schenkungsvertrag vom 10. Juli 1962 dem damaligen Bezirksfürsorgeverband der Bezirkshauptmannschaft Weiz übertragen. Wegen der beengten Räumlichkeiten (60 Betten und nur Großräume mit 10 Betten) wurde der Bewohnerstand auf 48 Personen gesenkt.

altes Haus 2RUnmittelbar nach der Übernahme wurde sofort mit entsprechenden Adaptierungs- und Umbaumaßnahmen begonnen. Hierzu wurde auch ein Neubau geplant. Dieser wurde im Jahre 1968 abgeschlossen und seiner Bestimmung übergeben. Nach Bezug dieses Neubaues wurde der Altbau in der Franz-Josef-Straße auch den zeitlichen Erfordernissen angepasst. Nach Abschluss der gesamten Baumaßnahmen konnten in der nunmehr als Bezirkspensionistenheim Gleisdorf geführten Einrichtung rund 120 Personen versorgt werden.

Da die Kongregation der Schwestern infolge Schwesternmangels die dauernde Versorgung des Heimes nicht mehr gewährleisten konnte, haben die Schwestern mit 30. April 1983 das Bezirkspensionistenheim Gleisdorf verlassen und sind in das Mutterhaus nach Vorau zurückgekehrt. 

Mit 1. Mai 1983 hat Herr Johann Wiedner die Leitung des Hauses übernommen. Als Ersatz der geistlichen Schwestern stehen nun Diplomschwestern, Pflegehelfer und Hilfskräfte zur Verfügung. Die ärztliche Versorgung wird durch die niedergelassenen praktischen Ärzte gewährleistet.

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Da immer mehr schwerstbehinderte und pflegebedürftige Personen um Aufnahme ins Bezirkspensionistenheim Gleisdorf ansuchten, war die bauliche Beschaffenheit des Hauses gleich nicht mehr zeitgerecht. So wurde im Jahre 1986, unter dem Bezirkshauptmann Hofrat Dr. Karl Schindelka, eine Erweiterung und gleichzeitige Modernisierung des Hauses geplant und zwischen 1988 und 1990 umgesetzt und abgeschlossen.

Haus 300 RaBereits 15 Jahre später entsprachen die Gegebenheiten nicht mehr den neuen Gesetzen und es musste ein Um- oder Neubau des Bezirkspensionistenheimes angedacht werden. Der Obmann des Sozialhilfeverbandes, Mag. Herbert Ribul, und der Bürgermeister der Stadt Gleisdorf, Christoph Stark, fanden mit der Österreichischen Wohnbaugenossenschaft (ÖWG) einen Partner, der in der Schillerstrasse ein geeignetes Grundstück für einen Neubau besaß. Nach einem Architektenwettbewerb, den das „Architekturbüro Hohensinn“ aus Graz gewann, wurde der Spatenstich im Mai 2011 durchgeführt und es konnte mit dem Neubau durch die ÖWG begonnen werden. Bereits im November 2012 wurde dieser fertig gestellt. Am 12.12.2012 übersiedelten alle 136 Bewohner des Bezirkspensionistenheimes Gleisdorf an nur einem Vormittag von der Franz-Josef-Strasse 27 in die Schillerstrasse 19.

Das Bezirkspensionistenheim wurde 2013 in Bezirkspflegeheim Gleisdorf umbenannt und bietet in 36 Ein- und 52 Zweibettzimmern, 140 Bewohnern Platz. In zahlreichen Bereichen, wie Pflege, Beschäftigungstherapie, Küche, Reinigung und Verwaltung finden 120 Bedienstete einen Arbeitsplatz.

 

 


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